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10. Februar 2012
 

mittagsmagazin

 
Mo-Fr, 13.00 Uhr
Flüchtlinge. [M] Quelle: ZDF/reuters
Kampf gegen die Armut

UN-Millenniumsziele

Mission 2015

Vereinte Nationen streben weltweit besseres Leben an

Mehr als 1,4 Milliarden Menschen auf der Welt lebten im vergangenen Jahr in extremer Armut. Folgeerscheinungen dieser extremen Armut sind oft flächendeckende Hungersnöte, hohe Kindersterblichkeitsraten oder grassierende Krankheiten.

 
 
 
Notleidende Menschen. Quelle: ZDF
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Ein Millenniumsziel: Die weltweite Halbierung der Armut.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bezeichnet den Kampf gegen die Armut daher auch als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Bessere Lebensbedingungen für notleidende Menschen war auch eines der zentralen Themen des UN-Millenniumsgipfels im Jahre 2000 in New York. Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich dort auf ein gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen die Armut. Diese Millenniumserklärung mündete schließlich in einen Aktionsplan mit konkreten Zielen, zu denen sich 189 Staaten weltweit bekannt haben.

Millenniumsziele bis zum Jahr 2015

Dazu zählen Vorhaben wie die weltweite Halbierung der Armut, die Verringerung der Kindersterblichkeitsraten um zwei Drittel oder der vollständige Stopp der Ausbreitung von HIV und AIDS. Denn alle Ziele dieses Aktionsplanes sind messbar und sollen bis zu einem konkretem Datum verwirklicht worden sein.

 

Als Stichtag gilt dabei das Jahr 2015! Die verschiedenen Einzelvorhaben des Aktionsplanes sind dabei in acht Oberzielen zusammengefasst worden, den sogenannten UN-Millenniumszielen. Konkret geht es darin um Folgendes:

 

Ziel 1: Bekämpfung von extremer Armut

 

Die Anzahl der Menschen, die unter extremer Armut und die unter Hunger leiden, soll in den Jahren zwischen 1990 und 2015 halbiert werden.

Kinder in Armut. Quelle: ZDF
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Jedes zehnte Kind besucht in einem Entwicklungsland nicht die Schule.

Auf diesem Weg sind in den vergangenen 15 Jahren auch bereits enorme Fortschritte erzielt worden, allerdings vor allem in Asien. Die Lage in Afrika bleibt sehr angespannt. In einigen Regionen dort leidet immer noch jeder Zweite unter extremer Armut.

Ziel 2: Primarschulbildung für alle Kinder

Bis zum Jahr 2015 sollen alle Kinder weltweit eine grundlegende Schulausbildung bekommen.

Trotz deutlicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren rechnen die Vereinten Nationen allerdings nicht damit, dass dieses Ziel überall erreicht wird. Momentan kann etwa jedes zehnte Kind in Entwicklungsländern noch nicht zur Schule gehen.

 

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter

 

Frauen sollen bis spätestens 2015 gleichen Zugang zu allen Bildungseinrichtungen haben wie Männer.

 

Im Jahre 2005 scheiterten an dieser Zielsetzung allerdings noch 113 Länder weltweit, und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass nur 18 dieser Staaten dies bis 2015 ändern werden.

 

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit

Mutter mit Kind. Quelle: ZDF
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Im südlichen Afrika sterben weiterhin Kleinkinder an den Folgen von Armut.

Die Anzahl der Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren sterben, soll in den Jahren zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel verringert werden.

Erste Fortschritte bei diesem Ziel haben die Vereinten Nationen bereits registriert. Allerdings haben die meisten Länder im südlichen Afrika in den vergangenen 15 Jahren kaum Fortschritte gemacht, und sie sind für die Hälfte aller Todesfälle weltweit verantwortlich.

Ziel 5: Gesundheitsversorgung der Mütter

 

Die Sterblichkeitsrate in Zusammenhang mit Schwangerschaften soll in den Jahren zwischen 1990 und 2015 um drei Viertel gesenkt werden.

 

Die Fortschritte bei diesem Ziel sind nach UN-Angaben eher gering. Sind die Sterblichkeitsraten in Lateinamerika, Südostasien und Nordafrika in den vergangen 15 Jahren zumindest um ein Drittel gesunken, hat sich die Lage im restlichen Afrika überhaupt nicht verbessert.

 

Ziel 6: Bekämpfung von Krankheiten

 

Bis zum Jahr 2015 soll die Ausbreitung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten gestoppt und eine Trendwende eingeleitet werden.

Gebrauchte Spritzen. Quelle: ZDF
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Zahl von HIV-Infektionen steigen in Osteuropa und Zentlalasien an.

Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV ist seit dem Jahrtausendwechsel weltweit leicht gesunken, gerade in Osteuropa und Zentralasien steigen sie nach UN-Angaben allerdings weiter an. Auch der Kampf gegen die Malaria geht nur schleppend voran, derzeit sterben weltweit noch etwa eine Million Menschen jedes Jahr an der Krankheit.

Ziel 7: Ökologische Nachhaltigkeit

Bis zum Jahr 2015 soll beispielsweise die Anzahl der Menschen, die keinen regelmäßigen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser haben, halbiert werden.

 

Die Vereinten Nationen erwarten, dass sich dieses Ziel erreichen lässt: Seit 1990 hat sich die Trinkwassersituation für mehr als 350 Millarden Menschen weltweit bereits verbessert. Jeder Zehnte hat aber auch weiter keinen gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser.

 

Ziel 8: Aufbau einer globalen Partnerschaft

 

Die Industrieländer sollen mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stellen. Die Entwicklungsländer durch Kampf gegen Korruption und Umverteilungen im Staatshaushalt dafür sorgen, dass das Geld auch für den Kampf gegen die Armut und dessen Folgeerscheinungen eingesetzt werden kann.

 

Auf verschiedenen Gipfeln haben die Geberländer zugesagt, ihre jährliche Unterstützung von 80 Milliarden Dollar im Jahr 2004 bis ins kommende Jahr auf 130 Milliarden Dollar aufzustocken. Bis ins Jahr 2007 war dieses Ziel nach UN-Angaben aber nicht einmal halb erreicht. Mehrere Entwicklungshilfe-Organisationen gehen inzwischen davon aus, dass die G-8-Staaten ihre Entwicklungshilfe-Zusagen nicht einhalten werden. Auch wenn im italienischen L'Aquila Anfang Juli umfangreiche Finanzhilfen für die Entwicklung der Landwirtschaft in armen Ländern beschlossen wurden und die Zahlungen an die Entwicklungsländer 2008 auf fast 120 Milliarden Doller gestiegen sind.

ZDF-Reporter Carsten Behrendt und Marcus Niehaves. Quelle: ZDF
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ZDF-Reporter Carsten Behrendt und Marcus Niehaves

Reporter auf "Mission 2015"

Mit diesen acht Millenniumszielen wollen die Vereinten Nationen die weltweite Armut und deren Folgeerscheinungen deutlich verringern, und das bis zum Jahr 2015.

Das ZDF hat deshalb seine beiden Reporter Carsten Behrendt und Marcus Niehaves auf die "Mission 2015" geschickt. Sie sollen herausfinden, wie weit die Millenniumsziele in verschiedenen Ländern bereits umgesetzt sind. Die beiden Reporter machen sich auf die Suche nach möglichen Lösungsansätzen und sind Hindernissen bei der Verwirklichung der Millenniumsziele auf der Spur. Insgesamt haben sie dafür fünf Länder auf vier verschiedenen Kontinenten besucht. In jedem dieser Länder geht es dabei um ein anderes Millenniumsziel.

 
 
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